< Sendungsbewusstsein | Literatur
Der folgende Text ist 1990 entstanden und 1998 überarbeitet worden. Er harrt noch seiner Erstaufnahme.
Schnee und Frieden
Hörspiel
Personen: Johann, Katie, Kühlschrank, Ameise
- Johann
- Und stell dir vor, ein Kasten aus Holz könnte fliegen
Und sieh dir an, die tränenden Tropfen
Und glaub an alles was glänzt
Und nimm nur an, ein Kasten aus Holz könnte fliegen
Und kau dir vor, daß Kästen niemals fliegen
Und stell dir vor, es ergäbe sich etwas
Und nimm dir vor, Teppiche zu knüpfen
Und hör einfach zu:
Drehsessel
Parkuhr
einfach
brav
den Schnabel aufmachen - Katie
- Mit zwölf Einzelabstimmungen
Mit acht Entschließungsanträgen
Mit neun Mißtrauensvoten
Mit zwei Normalisierungsprozessen
Mit vier Standardisierungen
Mit drei Kanzlerbesuchen
Mit zehn Stichwahlen
Mit fünf Unverletzlichkeitsklauseln
Mit elf Konkursverfahren
Mit sechs Einfuhrliberalisierungen
Mit dreizehn Monopolisierungsparagraphen
Mit sieben Kampfabstimmungen - Johann
- Circa zwewihundertfünfzig mal zerdreht klingt der Satz immer noch, als wolle er etwas sagen. Peng sagte er einfach; einfach und schmerzlos, groß und skrupellos, kalt und herzzerreißend. Der Schrei aus der Dunkelheit der Erdnußdose des Wohnzimmers der Seher kann wirklich noch Bestürzung auslösen. Jubeln Tausende ehrlich, wenn der Jackpot geknackt ist? Was machen wir mit der Ratlosigkeit die Papierfetzen zurücklassen? Müllberge türmen sich vor den Gitterstäben der Wachsfiguren auf. Löcher im Rasen findet man nicht mehr nur auf Golfplätzen. Wir wissen, daß das Medium, für das wir arbeiten sehr machtvoll ist.
- Katie
- Versöhnungsaufträge
Friedenssicherungsmaßnahmen
Rehabilitierungsreden
Krisenmanager
Aktualisierungspetitionen
Handelsabkommen
Subventionsprogramme
Agrarhandelsordnungen
Eigenversorgungsanteile
Gesetzesinitiativen
Billigungsbegehren
Friedlichkeitsverträge - Johann
- Wenn einer singt und sagt, er hat es geschafft
Wenn einer ruft und sich freut
Wenn einer schreit und kauft
Wenn einer sich drückt und gedrückt wird
Wenn einer nach oben fährt und sieht
Wenn einer sich putzt und verputzt wird
Wenn einer kocht und gekocht wird
Wenn einer sich stößt und gestoßen wird
Wenn einer ruft und gerufen wird - Katie
- Oder Durchführungsbestimmungen
Oder Emmisionsschutzgesetze
Oder Bundesparteitage
Oder Sozialhilfeansprüche
Oder Krankenversicherungsreformen
Oder Versammlungsfreiheiten
Oder Mißbilligungsanträge
Oder Ausschußratssitzungen
Oder Vertrauensbildungskonferenzen
Oder Arbeitsrechtsgesetzgebungen
Oder Strafrechtsgesetzgebungen
Oder Vertrauensfragen - Johann
- Rauhe See, viel zu tiefes Wasser Fragen, die nicht gestellt werden, finden keine Antwort Kompaßnadeln stechen Tag für Tag in See, lassen Luftballone zerplatzen. Aufgespießte Himmelskörper sind ganz einfach irreal und unerreichbar hoch. In den Tonnen unter den Häusern sitzen Geister, die begraben sind unter unendlich dicken Schichten des Staubes in den Gipsabdrücken des "irgendwas mach ich mal" einer ganzen Generation hoffnungsvoller Zinnsoldaten. "Bitte hier öffnen" steht drauf.
- Katie
- Und Grundsatzdiskussionen
Und Thesenpapiere
Und Perspektivenkongresse
Und Regierungserklärungen
Und Investitionspolitiken
Und Oppositionsverlautbarungen
Und Rechenschaftsberichte
Und Außenhandelsdefizite
Und Mehrheitsfähigkeiten
Und Neuverschuldungstransaktionen
Und Sachverständigenkommisionen
Und Untersuchungsausschüsse - Johann
- Klebstoff hält alles zusammen;
tubenweise muß man ihn fressen,
damit man nicht von Kannibalen überfallen,
gekocht und gefressen wird.
Der Wahnsinn lauert unter jeder Mark die man umdrehen muß.
Und was passiert, wenn man ins Wasser fällt,
den Träumen die Puste ausgeht?
Wenn sie röcheln und ihre letzten Atemzüge tun,
wenn man zusehen muß, wie sie untergehen
und elendig ertrinken und untergehen müssen.
Und wenn das Wasser auf dich herabstürzt,
und du dich nicht bewegen kannst,
weil du erst noch zusehen mußt,
wie dir das Wasser bis zum Halse steht
und du dich betrinken mußt
und du betrunken wirst
und wie du alles schlucken mußt was im Wasser schwimmt
weil dir deine Träume geraubt wurden und du zusehen mußt
wie die Kannibalen wie Geier über dir kreisen
und wie du merkst wie das Wasser langsam wärmer wird
und du gekocht wirst und wie du dich betrinken mußt
und wie du betrunken wirst und wie du trinken mußt
und wie du getrunken wirst und wie du schlucken mußt
und wie du geschluckt wirst und wie du alles schlucken mußt
was im Wasser schwimmt.
Du merkst daß du nicht mehr glauben kannst, was du siehst,
daß du nicht mehr sehen kannst, warum du dennoch glaubst - Katie
- Es gibt doch Unverletzlichkeitsklauseln
Es gibt doch Vermummungsverbote
Es gibt doch Immunitätsregelungen
Es gibt doch Verteidigungshaushalte
Es gibt doch Pressekonferenzen
Es gibt doch Kontrollinstanzen
Es gibt doch Parlamentspräsidenten
Es gibt doch Lösungsvorschläge
Es gibt doch Menschenrechtskonventionen
Es gibt doch Abschlußverlautbarungen
Es gibt doch Liberalisierungstendenzen
Es gibt doch Feierstunden - Johann
- Deine Reden gleichen sich.
Wenn ein Ball durch eine Fensterscheibe fliegt
Wenn einer verliert
Wenn einer sich an einer Kerze entzündet
Wenn einer sich schlafen legt - Katie
- Durch Diätenerhöhungen
Durch Bundesanleihen
Durch Kapitalertragssteuern
Durch Thesenpapiere
Durch Tagesordnungspunkte
Durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen
Durch Antiterrorparagraphen
Durch Bildungsreformen
Durch Radikalenerlasse
Durch Arbeitstagungen - Johann
- Laß mich eine Geschichte erzählen:
Ein Mann ging eines Abends von seinem Freunde nach Hause. Dabei mußte er eine Straße überqueren und weil es nebelig war, sah er den herannahrenden Wagen nicht. Er wurde erfaßt und einige Meter weit auf den Bürgersteig geschleudert. Der Wagen hielt an und ein junger Mann, den der Verletzte flüchtig kannte, stieg aus, blickte herüber, stieg wieder ein und fuhr davon. Mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegend, erzählte der Mann zunächst nur, daß ihm ein Unfall widerfahren sei, nicht aber, daß er den Fahrer kenne. Einen Tag darauf betrat eine junge Frau das Krankenzimmer und stellte sich als Schwester des Fahrerflüchtigen vor. Sie bat den Mann, ihren Bruder nicht anzuzeigen, denn er hatte ein wenig getrunken, brauche seinen Führerschein unbedingt und würde eine Gefängnisstrafe nicht überstehen. Der Mann überlegte lange und zeigte den Fahrer schließlich an, um Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten. Am nächsten Tag brachte dieser sich um. - Katie
- Die Frage ist nicht zulässig.
Wer ist hier wessen Opfer? Der Fahrer ist doch schuldig.
Und schließlich gibt es:
Schuldenerlasse
und Strafgesetzbücher
und Landwirtschaftsaufsichtämter
und Lebensmittelkontrollbehörden
und Vertrauensbildungsmaßnahmen
und Justizvollzugsanstalten
und Einwanderungsformulare
und Sitzungsprotokolle
und Staatsempfänge
und Meinungsfreiheiten
und Grenzverlaufsabkommen
und Jubiläumsfeiern - Johann
- Nebelschwaden, Nebelschwaden, Nebelschwaden
verhüllen wie Vorhänge den Blick für's Wesentliche.
Wie die Sonne kreist und der Himmel,
steht ein Fels mitten in der Wüste, einsam und verlassen.
Wenn er seinen Blick wendet,
um den Lauf der Sonne zu verfolgen, muß er einsehen,
daß es nicht immer Tag sein kann. - Katie
- Ich treffe meine Entscheidungen sorgfältig und alleine
Ich betrachte und urteile
Ich weiß wofür ich meine Stimme gebe
Ich suche mir selbst aus, wofür ich mich einsetze
Ich mag Menschen die wissen, was sie tun
Ich freue mich, wenn andere mich bewundern,
weil sie so sein wollen wie ich.
Ich brauche keine Hilfe
Ich folge nicht blind jeder Bewegung
Ich brauche niemanden, der mir die Augen öffnet
Ich brauche niemanden, der alles besser weiß als ich
Ich lebe mein eigenes Leben
Ich bin eine mündige Bürgerin - Johann
- hilfe hilfe hilfe
neunzehnmal habe ich schon gerufen
neunzehnmal habe ich schon gerufen
hilfe hilfe hilfe
neunzehnmal habe ich schon gerufen
hilfe hilfe hilfe
weiten rundblick habe ich von hier oben
weiten rundblick und rufen und hilfe nicht in sicht
der rundblick hier oben neunzehnmal habe ich schon gerufen
hier bis zum horizont zu laufen zu rufen zu sehen zu glauben
hilfe hilfe zu rufen bis neunzehnmal gerufen
hier oben hilfe hilfe hilfe hilfe - Katie
- große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben
große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben - Johann
- hilfe rundblick auf weltmeister
hilfe für rufen rufen rufen
hilfe bis zum horizont - Katie
- große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben
große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben - Johann
- lange Bänder in meinem Kopf
knarren quietschen zerren sägen schlängeln sich
in meinem Kopf, zerstören zerquetschen zersägen zerschlagen
zerdrehen sich in meinem Kopf wie lange Bänder der Weltgeschichte
hier oben hier oben hier oben
der ausblick der rundblick große weltmeister sitzen menschengleich
in bahnhöfen wartend auf horizonte - Katie
- große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben
große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben - Johann
- ich kann weiter blicken und muß trotzdem rufen
hilfe - Katie
- große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben
große große große Menschen
werden kommen von vorne
und gehen nach oben
PAUSE
- Katie
- Johann! Johann!
Komm mit uns, wir sind stark
Komm mit uns
Komm mit uns
und leben, ja, leben
Zusammen sind wir groß,
zusammen sind wir stark
Alleine sind wir einsam
Johann!
Komm mit! Komm mit auf den Berg, der Frieden bringt, Laß uns den Frieden um uns herum genießen. Du wirst sehen, Glück gibt es dort oben! Glück und Frieden, Wohlstand und Freude, Sonne und Wärme. Komm mit! Komm heraus aus deinem Selbstelend, verlasse deine Zweifel, hör auf, dir quälende Fragen zu stellen und komm mit! Du wirst sehen, dort oben, auf dem Berg, der Frieden bringt, gibt es Glück und Frieden und Wohlstand und Freude und Sonne und Wärme. Wir sind groß und noch größer, wir sind stark und noch stärker. Und wenn wir oben sind, wirst du dein Unglück vergessen, du wirst dich freuen und glücklich sein. Komm mit aus diesem jämmerlichen Tal, beginne ein ein neues Leben. - Johann
- Können Tiere denken? Wenn sie können, wie ist ihnen dann zumute? Was fühlen sie, wenn sie wie Vögel über uns schweben, auf uns herabblicken und eigentlich über uns lachen müßten? Was fühlen sie wenn sie davonfliegen und wir sie nicht fassen können? Und sie haben so schöne Federn und sie können fliegen. Fliegen! Was fühlen sie, wenn sie fliegen und auf alles herabschauen können? Fühlen sie Glück und Frieden, Wohlstand und Freude, Sonne und Wärme? Und wenn sie in den endlosen Himmel schauen und auf die Sonne zufliegen und so schön singen und so schöne Federn haben? Sie fliegen! Und wenn ihr Schatten über den Schnee gleitet, fühlen sie dann den Frieden?
- Katie
- Johann! Wir sind groß, wir sind stark. Glaub mir, wach auf, komm mit auf den Berg, der Frieden bringt. Dann finden wir Glück und Frieden und Wohlstand und Freude und Sonne und Wärme!
- Johann
- Ich fühle mich so hilflos. Ich fühle mich unwohl und weiß nicht, wohin ich gehen soll.
- Katie
- Komm mit!
- Johann
- Katie, Katie! Was sollen wir tun? Wo ist der Berg der Frieden bringt? Wo finden wir das, was wir alle suchen? Katie, hilf mir!
- Katie
- Komm mit! Gemeinsam sind wir groß und stark, laß uns den Berg besteigen.
PAUSE
- Johann
- Ist dies ein Berg?
- Katie
- Ja, dies ist ein Berg.
- Johann
- Ist das der Gipfel?
- Katie
- Ja, das ist der Gipfel.
- Johann
- Ist das das Gipfelkreuz?
- Katie
- Ja, das ist das Gipfelkreuz.
- Johann
- Ist das ein Weg?
- Katie
- Ja, das ist ein Weg.
- Johann
- Führt dieser Weg hinunter?
- Katie
- Ja, dieser Weg führt hinunter.
- Johann
- Ist unten das Tal?
- Katie
- Ja, unten ist das Tal.
- Johann
- Könnten wir hinuntergehen?
- Katie
- Ja, wir könnten hinuntergehen.
- Johann
- Und das ist die Sonne?
- Katie
- Ja, das ist die Sonne.
- Johann
- Scheint die Sonne?
- Katie
- Ja, die Sonne scheint.
- Johann
- Wärmt uns die Sonne?
- Katie
- Ja, die Sonne wärmt uns.
- Johann
- Ist das ein Busch?
- Katie
- Ja, das ist ein Busch.
- Johann
- Sitzt dort ein Vogel unter dem Busch?
- Katie
- Ja, dort sitzt ein Vogel unter dem Busch.
- Johann
- Kann uns der Vogel sehen?
- Katie
- Ja, der Vogel kann uns sehen.
- Johann
- Ist das Erde unter unseren Füßen?
- Katie
- Ja, das ist Erde unter unseren Füßen.
- Johann
- Ist das dort ein Kieselstein?
- Katie
- Ja, das dort ist ein Kieselstein.
- Johann
- Ist das ein Schatten da?
- Katie
- Ja, das da ist ein Schatten.
- Johann
- Ist das der Schatten des Gipfelkreuzes?
- Katie
- Ja, das ist der Schatten des Gipfelkreuzes.
- Johann
- Ist das ein Vogel dort über uns?
- Katie
- Ja, das ist ein Vogel dort neben uns.
- Johann
- Kann uns der Vogel sehen?
- Katie
- Ja, der Vogel kann uns sehen.
- Johann
- Ist die Erde unter unseren Füßen feucht?
- Katie
- Ja, die Erde unter unseren Füßen ist feucht.
- Johann
- Ist dieser Ort erdbebensicher?
- Katie
- Ja, dieser Ort ist erbebensicher.
- Johann
- Ist dieser Ort überflutungssicher?
- Katie
- Ja, dieser Ort ist überflutungssicher.
- Johann
- Ist dieser Ort absturzsicher?
- Katie
- Ja, dieser Ort ist absturzsicher.
- Johann
- Ist dieser Ort ausgrabungssicher?
- Katie
- Ja, dieser Ort ist ausgrabungssicher.
- Johann
- Ist dieser Ort absturzsicher?
- Katie
- Ja, dieser Ort ist asturzsicher.
- Johann
- Ist dieser Ort todsicher?
- Katie
- Ja, dieser Ort ist todsicher.
- Johann
- Ist dies ein Berg?
- Katie
- Ja, dies ist ein Berg.
- Johann
- Ist das der Gipfel?
- Katie
- Ja, das ist der Gipfel.
- Johann
- Ist das das Gipfelkreuz?
- Katie
- Ja, das ist das Gipfelkreuz.
- Johann
- Ist das ein Weg?
- Katie
- Ja, das ist ein Weg.
- Johann
- Führt dieser Weg hinauf?
- Katie
- Nein, dieser Weg führt nicht hinauf.
- Johann
- Könnten wir hinaufgehen?
- Katie
- Nein, wir könnten nicht hinaufgehen. PAUSE
- Johann
- Über uns nur die Sonne, das Gipfelkreuz, die Vögel. Ein Geruch von Freiheit weht hier oben. Kein Laut dringt aus dem Tal. Der Wind trägt die Weite des Himmels. Wir sind fast ganz oben.
- Katie
- Wir sind ganz oben.
- Johann
- Tief unten, tief unten will ich nicht sein. Schweben über den Dingen.
- Katie
- Siehst du diesen verfaulten Apfel dort?
- Johann
- Ja, ich sehe diesen verfaulten Apfel dort.
- Katie
- Siehst du diesen hinuntergefallenen Apfel dort?
- Johann
- Ja, ich sehe diesen verfaulten Apfel dort.
- Katie
- Siehst du den Vogel dort neben dem Strauch?
- Johann
- Ja, ich sehe den Vogel dort neben dem Strauch. Er ist tot.
PAUSE
- Katie
- Wir müssen endlich Ordnung schaffen.
- Johann
- Kann der Vogel uns sehen?
- Katie
- Nein, der Vogel kann uns nicht sehen!
- Johann
- Kann der Vogel fliegen?
- Katie
- Nein, der Vogel kann nicht fliegen! Wir müssen endlich Ordnung schaffen.
- Johann
- Kann der Vogel nicht fliegen?
- Katie
- Wir müssen endlich Ordnung schaffen.
- Johann
- Du hast Recht und Ordnung müssen wir schaffen.
- Katie
- Aber wo beginnen wir? In der dunkelsten Ecke unter dem Felsen? Dort, wo sich allerlei Ungeziefer angesammelt hat? Ich nehme diesen Knüppel.
- Johann
- Er ist aus Gummi.
PAUSE
- Johann
- Unterdessen beobachte ich die Vögel. Wie sie vorbeiziehen an der Sonne mit weiten Schwingen und lauten Schrei, hoch über uns.
- Katie
- Hoch neben uns!
- Johann
- Weite Schwingen Schneller Schlag Sturzflug, Beute geschnappt Zurück zum Nest Schillernde Farben, reizende Melodien Farbenpracht am Himmel, kleine Vögel, große Vögel sie alle können fliegen sie alle können fliegen hoch über uns
- Katie
- Hoch neben uns!
- Johann
- Ach, so ein Vogelleben.
- Katie
- Du hast Unrecht und Ordnung schaffen müssen wir. Wo machen wir weiter? Dort, das Gipfelkreuz ist beschmutzt. Ich werde es reinigen. Mit dem Wasser unserer Quelle!
- Johann
- Wie seltsam, es ist blutrot.
- Katie
- Nein, es ist nicht BLUTrot, es ist nur so rot, weil es aus dem Tal kommt.
- Johann
- Es ist ein Jammer.
PAUSE
- Johann
- Unterdessen beobachte ich die Vögel. Wie sie vorbeiziehen an der Sonne mit weiten Schwingen und lauten Schrei, hoch über uns.
- Katie
- Hoch neben uns!
- Johann
- Weite Schwingen
Schneller Schlag
Sturzflug, Beute geschnappt
Zurück zum Nest
Schillernde Farben, reizende Melodien
Farbenpracht am Himmel, kleine Vögel, große Vögel
sie alle können fliegen
sie alle können fliegen
hoch über uns - Katie
- Hoch neben uns!
- Johann
- Ach, so ein Vogelleben.
- Katie
- Du hast Unrecht und Ordnung schaffen müssen wir. Wo machen wir weiter?
- Johann
- Ich will spazierengehen.
- Katie
- Bleib auf dem Weg.
- Johann
- Ja, ich bleibe auf dem Weg.
- Katie
- Paß auf, daß du nicht abrutschst.
- Johann
- Ja, ich passe auf daß ich nicht abrutsche. Ja, ich gehe jetzt spazieren. Ja, ich schaue mir jetzt alles an.
PAUSE
- Katie
- Jetzt geht er spazieren und schaut sich alles an und muß aufpassen, daß er auf dem Weg bleibt und nicht abrutscht. Hoffentlich schaut er nicht nach unten, dann könnte ihm schwindlig werden. Er könnte den Halt verlieren und abrutschen. Warum er nur so neugierig ist? Ja, gierig ist er. Gierig, alles zu wissen, auch zu wissen, was nicht gut für ihn sein kann. Er ist wie ein kleines Kind. PAUSE Da hinten geht er. Jetzt bleibt er stehen und schaut nach oben. Aber oben gibt es doch nichts. Nichts ist über uns. Wir stehen auf dem Gipfel. Was will er denn? Jetzt geht er weiter und bleibt wieder stehen. Diesmal schaut er nach unten. Was will er denn unten finden? Unten gibt es nichts, das gut für ihn sein könnte. Und wenn er zu lange nach unten schaut und zu neugierig ist, kann er den Halt verlieren und abrutschen. Und dann ist er unten. Unten, und nicht mehr oben. Und von unten kommt man nicht wieder nach oben! Was will er denn? Ihm geht es doch gut. Er hat doch alles was er will. Mir gefällt es einfach wenn ich mich hier umschaue. Ich habe nicht den Drang nach oben zu schauen. Ich weiß nicht, warum ich etwas suchen sollte. Uns geht es doch gut hier. Am Tage ist es schön, wenn es hell ist, wenn die Luft die uns umgibt voller Gesang und Unbeschwertheit ist. In der Nacht ist es schön, wenn es dunkel ist, wenn die Luft die uns umgibt sanft und schwarz ist. Und immer haben wir die Gewißheit, daß uns nichts passiert, wenn wir auf den Wegen bleiben und den Halt nicht verlieren. Uns geht es gut hier oben.
PAUSE
- Johann
- Ein unbeschreiblich schöner Morgen. Ein unbeschreiblich schöner Morgen Aber nicht schöner als all die anderen Morgen. All die anderen Morgen, die vergangen sind seit ich aufgehört habe sie zu zählen. Unbeschreiblich schön. Aber trotzdem scheint es mir heute, als wäre dieser Morgen trauriger als all die anderen Morgen. Aber warum traurig? Früher ist er mir voller Lebendigkeit erschienen, voller Kraft und natürlicher Schönheit. Jetzt ist das alles verblaßt. Früher. Eine Zeit an die ich mich oft zurückerinnere, eigentlich zu oft. Damals hat mich dieser Morgen noch so fasziniert, daß ich mich den ganzen Tag auf den nächsten Morgen gefreut habe. Aber trotzdem scheint es mit heute, als wäre dieser Morgen trauriger als all die anderen. All die anderen Morgen die vergangen sind, seit ich aufgehört habe, sie zu zählen. Die Erinnerung. Die Erinnerung an eine Zeit, vor der ich geflohen bin. Geflohen bin. Hierher. Die Erinnerung macht mir zu schaffen. Bevor ich hierher kam, hätte ich mich ausgelacht. Aber jetzt bin ich hier. Ich könnte doch Hoffnung haben. Ich könnte so vieles. Aber trotzdem scheint es mir heute, als wäre dieser Morgen trauriger als die anderen Morgen die vergangen sind seit ich aufgehört habe, sie zu zählen. Ich kenne alles hier, aber doch kommt es mir immer öfter so vor, als sei das alles weit, sehr weit weg, als ginge mich das gar nicht an. Aber ich werde hier den Rest meines Lebens verbringen. Den Rest. Wie lange mag das sein? Ich wage nicht, daran zu denken. Aber will ich lange leben? Ich weiß es nicht. Solche Gedanken kommen mir an diesem Morgen nicht zum ersten Mal. Bisher habe ich alles mit einer vorgetäuschten Gleichgültigkeit hingenommen. Aber jetzt will ich nicht mehr. Kann ich nicht mehr. Bisher habe ich immer gedacht, daß es mich nicht so mitnehmen würde. Ein Irrtum? Ich habe mich überlegen gefühlt an all den anderen Morgen, die vergangen sind, seit ich ganz alleine bin. Ich habe mich auf die Schecks verlassen, das Paradies hier genossen. Ich habe. Ich hatte früher mal die Angewohnheit zu leben. Jetzt kommt es mir so vor, als warte ich nur noch auf den Tod. Aber dieser Morgen wird vergehen, und es werden andere Morgen kommen, andere Tage, andere Jahre und ich werde alt werden. Und ich werde nie mehr einen Menschen verstehen können. Ich habe alle Menschen gehaßt. Inzwischen habe ich es mir anders überlegt, aber alle Hoffnung kommt zu spät. Katie, wenn du doch wenigstens hier wärest. Wie gern würde ich noch mal dein aufmunterndes Lachen hören.
- Katie
- Johann! Johann! Ich bin da! Johann! Ich höre dich.
- Johann
- Hörst du mir auch zu? Hörst du, was ich sage? Wenn ich nicht glaubte, daß das Leben weiterginge, wie könnte ich versuchen, mein Glück zu finden? Ich suche mein Glück, aber ich weiß nicht! Nein! ich weiß nicht ob. Ein Fenster könnte hilfreich sein, ein kleines rundes mit roten Vorhängen davor, durch das morgens die Sonne scheint. Ein kleines altes Fenster, daß im Winter die Kälte nicht hereinkommt. Aber Punkte müßten auf den Vorhängen sein, damit ich nicht das Gefühl habe, allein zu sein. Angst dürfte es nicht herienlassen. Erst wenn der Schnee schmilzt wird es Frühling.
- Katie
- Ich höre dir zu! Ich höre, was du sagst.
- Johann
- 8 mal 7 ist 56. Das konnte ich mir noch nie merken. Es ist spät. Wenn ich noch einmal erleben könnte, wie eine Flaschenpost ins Wasser fällt und davonschwimmt. Einfach davonschwimmt ohne Lebewohl zu sagen. Ja, ein Blatt Papier, das sich wiederspruchslos falten läßt. So, daß die zerknitterten Buchstaben tanzen, sich neu formieren. Ein Mensch, der die Wahrheit sagt.
- Katie
- Aber das Leben! Das Leben! Muß es nicht weitergehen?
- Johann
- Zerschlagen ist der Schmerz. Ein gefaltetes Blatt kann nicht klagen. O ja! Geht nur, wenn euch nichts besseres einfällt, als rumzuliegen und zu versuchen, Schäfchen mit Wolken zuzudecken, ohne daß ihr überhaupt wißt wie spät es ist. Der Dunst schlägt sich schon auf die Fenster nieder. Die graue Stimmung wird dadurch nicht verwischt. Bestärkt in dem Drang, etwas tun zu müssen, aber verängstigt durch die Zukunft, liege ich im Bett. Gold-braun ist das Kornfeld und der Dunst schlägt sich schon auf die Fenster nieder.
- Katie
- Bei der Synthese von Kochsalz geht ein Elektron vom Natrium zum Chlor über!
- Johann
- Ich hatte einmal einen Traum. Um sieben Uhr stand ich auf, sechzehn Stunden später ging ich zu Bett. Dazwischen war ich wach. Verdrehte Dunkelheit.
- Katie
- Leute von heute glauben nicht an Träume.
- Johann
- Rampenlicht! Bühne frei für Innovationen.
- Katie
- Selten gelebt. Zuviel Desinformation.
- Johann
- Die Quadratur des Kreises soll unmöglich sein.
- Katie
- Und sie tun's doch.
- Johann
- Große Häuser wirken immer. Die Ameise, die es untergräbt, muß denken:
- Ameise
- Ich stand auf, um 7 Uhr
Ich ging zu Bett, 16 Stunden später
Dazwischen war ich wach - Johann
- Ich wünsche mir ein großes Haus voller Menschen, die traurig sind. Menschen, die die Wahrheit sagen. Die Sonne scheint für jeden, auch für mich. Das muß ich mir immer wieder vor Augen halten. Ein Kugelschreiber braucht doch eine Verpackung. Ohne die wäre er nur -- ein Kugelschreiber. Auf Privatparkplätzen sollst du keinen Handel treiben. Doch warum? Ist es nicht das Licht, das alles erhellt? Geht nicht die Sonne auf, wann sie will? Ein Mensch! Ein Mensch der die Wahrheit spricht.
- Katie
- Kannst du mich sehen? Der Himmel klärt sich auf, der Nebel verschwindet. Siehst du die schönen Hügel?
- Johann
- Katie, Katie, zähle bitte bis 10. Die Seilbahn stürzt sonst ab. 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10
PAUSE
- Johann
- Du sprichst die Wahrheit, scheint mir. Doch ist ein Opfer zu beklagen. Unschuldig verbrannt in den Trümmern. Ein Junge, er klammerte sich an einen Kühlschrank, einen großen, weißen. Majestätisch, kühl und überlegen schaute er den Jungen an und sprach: Kühl- schrank: Wünsche und Absichtserklärungen bleiben verborgen und undurchschaubar aber ist eine verhaltene Preisfrage erlaubt ?
PAUSE
- Johann
- So sind die Zeiten, meine Freunde. Warum seid ihr so fern? Sonnenmilchflaschen hindern mich am Aufstehen. Sie erdrücken mich. Sie sind so groß, so riesig. So groß, so mächtig, wenn sie sich öffnen, werde ich überflutet von dem süßen Nektar. So groß, so riesig. Ist er süß? Es brennt, es brennt, es brennt! Glaub mir! Es brennt! Ich sehe einen Glaswürfel in dem ein Mensch ist, der nicht mehr schreien kann. Ich sehe einen Glaswürfel, in dem ein Mensch ist, der nicht mehr hören kann. Ich sehe einen Glaswürfel, in dem ein Fluß ist, der nicht mehr fließen kann. Ich sehe einen Glaswürfel, in dem ein Bett ist, das auf dem Kopf steht. Ich sehe zwei Glaswürfel, durch eine gläserne Brücke verbunden, auf der viele Glaswürfel gehen. Ich sehe einen Glaswürfel, in dem eine Sonne ist, die nicht mehr scheinen kann.
- Katie
- Ich sehe einen Glaswürfel, in dem ein Licht leuchtet, das mich ruft und ich gehorche. Ich höre, ich gehorche.
- Johann
- Ein Buch, das keiner mehr liest, ist kein Buch mehr. Eine Kerze, die nicht brennt, kann nicht reden. Die Blätter eines großen Baumes fallen auf mein Bett und decken mich zu, geben mir Wärme, bis der Wind kommt und sie wegweht. Dann schaue ich ihnen lange nach, bis mir kalt wird. Ich versuche ein Blatt zu halten, aber in meiner Hand wird es braun und zerbricht. Ein Auto voller Löcher singt nicht das Lied vom Ende der Fischereiwirtschaft. Nur Papier kann festhalten, was nie geschehen wird. Das Auto voller Löcher kann nicht leiden. Die Sichtweite wird durch Nebelbänke beeinträchtigt. Die Glaswürfel tanzen um das Auto. Es stirbt.
- Katie
- Was tust du noch so spät? Bist du wach? Hörst du mich? Warum kann ich mich nicht bewegen? Was passiert nach 12? Ich habe Angst, daß mir morgen der Kaffee nicht mehr schmeckt. Was kann ich tun? Stimmt es nicht, daß ein Taschenrechner immer recht hat? Stimmt es nicht, daß ein Lottoschein immer Glück hat? Eigentlich komme ich mir doch viel zu wichtig vor, wenn ich durch mein kleines Fenster in die Welt schaue. Meine Hoffnungen sind lächerlich, meine Pläne Phantastereien. Meine Ängste sind nur Einbildung und das, worüber ich mich freue, sehen andere anders. Ich urteile über die Regentropfen, die ab und zu gegen mein Fenster klopfen. Ich verehre die Sonne, die nur selten zwischen den Wolken zu sehen ist. Doch bilde ich mir ein, die Welt zu verstehen, wenn ich nur einen kurzen Blick aus meinem Fenster werfe. Viele Dinge sehe ich durch mein Fenster, aber nicht so, wie ich sie sehen könnte, sondern so wie ich sie sehen will. Was ich sehe, sehe ich so, wie ich es in meiner Phantasie schon immer gesehen habe. Ich weiß nicht, wie es hinter dem Horizont aussieht, aber doch habe ich eine genaue Vorstellung davon, und nichts kann mir diese rauben, denn mein Glaube an mich ist fest und meine Überzeugung riesig. Zu zweifeln an mir selbst, hieße ja meine selbstgewählte Identität aufzugeben und schließlich kann ich selbst bestimmen, was ich durch mein Fenster sehe. Meine Pläne sind meine Hoffnung, meine Ängste sind lächerlich und meine Einbildung nur ein Regentropfen, der gegen mein Fenster platscht.
- Johann
- In einer modernen deutschen Küche. Eine Ameise steht vor einem riesigen Kühlschrank.
- Ameise
- Oh Kühlschrank! Du bist so groß und mächtig! Ich hingegen bin so klein und arm. Ich sterbe vor Hunger. Gib mir ein ganz kleines Stückchen von deinen unermeßlichen Schätzen!
- Kühlschrank
- Du hast kein Recht, zu fordern.
- Ameise
- Habe ich nicht den Boden gelockert und Schädlinge vertilgt, damit das Getreide wachsen kann?
- Kühlschrank
- Du hast kein Recht, zu fordern.
- Ameise
- Ich werde mir holen, was mir zusteht.
- Johann
- sagte die Ameise und entdeckt den Stecker des Kühlschrankes in der Steckdose. Verzweifelt zerrt sie an dem Stecker, der sich aber nicht rührt. Dann beginnt sie an dem Kabel zu knabbern, und sobald sie die Isolierung zerfressen hat, durchfährt ein Stromschlag ihren Körper und sie verglüht. Sommer sollte es werden, damit die Strände wieder weiß und das Wasser wieder blau ist. Es zieht mich fort von hier. Ich muß suchen in Hannover und Bremen, in London und Moskau. Muß ich sterben? Wenn ich ein Flugzeug sehe, denke ich, die Proportionen stimmen nicht. Auch ein Raumschiff kann das Glück nicht finden. Alles dreht sich. Wo ist der Mittelpunkt? Ich habe riesige Seen von Sonnenmilch durchschwommen und bin auf keinen Fisch gestoßen. Heute morgen bin ich aufgestanden und der Kaffee hat mir nicht geschmeckt. Ich habe ein Buch gelesen und nichts verstanden. Ich habe meinen Fernseher eingeschaltet und mein Zimmer hat sich in einen Sonnenmilchsee verwandelt. Mein Goldfisch ist ertrunken. Ertrunken. Ich habe mir ein Fenster gemalt, aber ich konnte es nicht öffnen.
- Katie
- Bei der Synthese von Kochsalz geht ein Elektron vom Natrium zum Chlor über.
- Johann
- Katie! Katie! Zähle bitte bis 10, die Seilbahn stürzt sonst ab.
- Katie
- 1,11,3,9,7,1,1,1,1,1,0
- Johann
- Du sprichst die Wahrheit, scheint mir. Doch warum stürzt das Haus nicht ein? Ich brauche einen Hammer, um Ameisen zu streicheln. Doch ich drehe mich um und sehe, daß alles nicht wahr ist. Eine Kerze, die summt, ein Fenster, das eisern ist, ein Hund, der redet, ein Geldschein aus Glück, ein Mensch, der die Wahrheit spricht. Nein! Nein! Soll es geschehen! Ein Auto voller Löcher singt nicht das Lied vom Ende der Fischereiwirtschaft! Ein Würfel fällt immer zum Verlierer. Mikrowellenherde können nicht tanzen. Sie können den Hunger nicht ungeschehen machen. Plastiktüten müssen brennen. Blätter müssen fallen.
- Katie
- Stimmt es nicht, daß ein Lottoschein immer Glück hat, stimmt es nicht stimmt es nicht, stimmt es nicht, daß ich lebe?
- Johann
- Zwei antiparallele Kräfte heißen Kräftepaar. Sie erzeugen ein Drehmoment ohne translatorische Beschleunigung.
- Katie
- Wsp=1/2Ds
- Johann
- s=1/2gt^2
- Katie
- Der Mondradius beträgt 1738km.
- Johann
- a=a
- Katie
- Sonne, schein!
- Johann
- Erde, geh unter!
- Katie
- Mond, leuchte!
- Johann
- Ich sehe dich!
- Katie
- Wo bist du?
- Johann
- Ich sitze auf einem grünen Sofa.
- Katie
- Wo bin ich, warum sehe ich dich nicht?
- Johann
- Du stehst auf einem Kornfeld. Der Wind weht nicht, und die Sonne scheint nicht. Du bist so nah, aber ich kann dich nicht berühren.
- Katie
- Laß mich raus, ich ersticke!
- Johann
- Regnet es?
- Katie
- Ich versinke. Morgen schneit es. Es schneit. Morgen schneit es.
- Johann
- Schnee ist tot. TOT:Tod Ich will leben. Du mußt ersticken. Ich sehe dich nicht mehr. Bist du tot? Katie!! Bist du tot? Schneit es?
- Katie
- Ja! Der Schnee ist so herrlich. Weich. Ich kann fliegen. Ich sehe dich. Du sitzt auf einem grünen Sofa. In einem kleinen Raum. Da kannst du nicht leben. Komm zu mir! Es ist herrlich!
- Johann
- Feuer, Wasser, Licht, Elektrizität
- Katie
- Freude, Leid, Trauer, Fröhlichkeit
- Johann
- Feuerwerk, Wasserwerk, Lichtwerk, Elektrizitätswerk
- Katie
- Komm zu mir!
- Johann
- Feuer, Wasser, Licht, Elektrizität
- Katie
- Freude, Leid, Trauer, Fröhlichkeit
- Johann
- Wo sind meine Freunde?
- Katie
- Du bist alleine! Ja das bist du, DU Johann! Siehst du die Sonne? Sie ist unter uns, sie überholt uns.
- Johann
- Es brennt.
- Katie
- Freude und Leid.
- Johann
- Schnee und Frieden.
- Katie
- Sonne und Freiheit.