Nahrungsmittelkunde (1989-1991)
- Auspfiff
- Zähmung
- Schlag
- Aus dem Sessel
- Naturgesetz über die Sonne
- Das Prinzip der Chancengleichheit
- Das Prinzip der Einverleibung
- Das Prinzip der Erhellung
- Auf der Fahrt himmelwärts
- Endlich sieht
- Gib Pfötchen
- Flötengehen
- Gewaltich
- Druckmessung
- Schein
- Schlussstrich
- Zu neuen Ufern
- Selbstredend
- Ein Wort zuviel
- Auf ein
- Asche
- Einfaches Gedicht über dich und mich und ein Blatt Papier
- Schlaubärgärtenschlankheizkurort
Auspfiff
Härte: durchgezogen
Versprechungen: chancenlos
Erfolg: wir wollen alle Sieger sein
Endspiele
sind nur selten
siegreich und erfolgsam
den Wünschen
der Unterlegenen
die sich versprochen haben
Zähmung
Riesige Berge
blutrot
waren sie einst
inzwischen
wie Pyramiden
Touristenstädte
Schlag
auf Schlag
Stunde
für Stunde
immer bereit
Hämmer fallen
Dröhnen
ist Bewegung
Schmerz
ist Opfer
und
schlagende Stunden
hämmern
dröhnend
auf uns
ein
Aus dem Sessel
Was können Anordnungen anordnen
Die Kugel bringt alles ins Rollen
Nach 20 Uhr wird Politik gemacht
der Weg
ist begradigt
Wegweiser weisen weg
Nach 20 Uhr wird Politik gemacht
Was gesagt wurde ist schon geschehen
Die Kugel bringt alles ins Rollen
Was geschehen wird
ordnet an
Naturgesetz über die Sonne
Halogenbestrahlt
Sollte die Sonne auch nicht
anders aussehen als
bei Tageslicht
Nur manchmal flackert sie
wenn wegen eines Fussballtores
die Büchsen knallen
Das Prinzip der Chancengleichheit
gering
sind die Chancen
auf einen Fensterplatz
aber
in den Predigten
wir er
immerhin
als Hauptgewinn
in Aussicht
gestellt
Das Prinzip der Einverleibung
Zerstören
kann man nur etwas
was schon
vorher da war
Hat man es
nie
sehen wollen
kann man es sich einfach
einverleiben.
Das Prinzip der Erhellung
Verstärkte
Lichter
leuchten
bismansieausknipst.
Auf der Fahrt himmelwärts
Herz
lich
zerreißend
Heu
lend
duft
Du
derstadt
und ich
Endlich sieht
Endlich sieht
Zärtlich tötet
Das Verlangen
Oftmals fällt
Zärtlich tötet
Das Sieb
Worte steigen
Zärtlich tötet die Zeit
Gib Pfötchen
Gibst du mir deine Hand?
So wenig ausgestreckt und doch -
erstreckt sie sich bis zu mir
Ein Griff
Gibst du mir deine Hand?
Sie ist - brennend
und doch - was soll sie schonen
Sie ist - stechend
und doch - was soll sie kosten
Sie ist - strahlend
und doch - was soll sie fühlen
Gibst du mir deine Hand?
Gibst du mir deine Hand?
Sie ist - brennend, stechend, strahlend
und doch - was soll sie finden
Mein Los ist kein Einfall
zumindest
unbillig auf seine Art
und doch
verstümmelt
Sie scheint
und doch - was soll sie heilen
Wenn etwas leuchtet
Wie lange
Wie kurz
Wie schmerz
Und wenn etwas strahlt
Und wenn etwas sticht
Und wenn etwas brennt
Und wenn etwas scheint
Gibst du mir deine Hand ?
Mein Los hat keine Sprache
zumindest
ungelenk auf seine Art
Anstrengend
Was bin ich arm
Was vermag ich
nicht
Zierliche kleine Hand
Gibst du mir deine Hand?
Mein Los findet keinen Trost
zumindest
unglaubwürdig auf seine Art
Ist denn Trauer das einzig richtige Wort?
Gibst du mir deine Hand?
Flötengehen
ein einsamer strohhalm
es gibt nur eine möglichkeit
festhalten!
will der kapitän noch rufen
aber
schon die vorletzte welle
hat uns über bord gespült
und
in der aufgewühlten see
kann ich nicht mehr sehen
nur noch
ein flöte
und
diese flöte darf man nicht
nein! darf man nicht
vorbeischwimmen lassen
Gewaltich
Gewalt-ich
verheerendes Fairhalten
MeineSinne
MeinSinn
MeiSin
MeSi
MS
Titanic
und dann,
nicht mehr länger schwindend sondern mondgleich aufgehend
ein Krug ein Krug ein grosser Krug der vorne mit einem
Bild verziert ist ein Bild das einen Marktplatz zeigt
und einen Obststand und einen Tierfutterstand der
Meisenknödel verkauft weil es
bestimmt
wieder
Winter
wird.
Druckmessung
Verschiedenes
nicht sagen
und
nicht weinen
wenn
rauhes Gehobenes
springt ins Auge
dann
lieber
doch schreien.
Schein
Schein!
eine Bummelfahrt
am Strand
ist nicht zu verachten
Schein!
Der Sieg der Vernunft
liegt schon so weit
zurück
dass sich keiner mehr erinnert.
Schein!
aus Papier
lustig bedruckt
wirhuldigendir
Schlussstrich
Flackernde Tassen
stechen in See
Eine schmutzige Brühe
quillt heraus
Ein Deckel
ist nicht da,
etwas einzuschliessen
sondern auszuschliessen
Zu neuen Ufern
Man geht;
sieht
die Kraft,
die schwindende
lächerliche Kraft
in den
formlos herabhängenden
ein letztes Mal
zuckenden Gliedern
des soeben
Ermordeten.
Selbstredend
Schalter geben
einen Klick
von sich
den sie aber
selbst
nicht hören können
um sie herum aber,
wenn alles dunkel wird,
ist das Echo
weithin zu vernehmen.
Ein Wort zuviel
Ein Wort
zuviel
ist nicht
besser
als ein Wort
zuwenig
ein aufgespannter
Regenschirm
zur Verteidigung
damit der Wortschwall
abprasselt
Auf ein
Neues eures Euters
Mal ist die Eule neu in eurem Euter
Sam Braun oder Smith oder zu zweit trotz Skol
Fach oder Werkhaus aus ruinierten Städten innen unruhig
S folgt zwei dann drei dann vier dann fünf
Dass warten wir im Himmel auf Erden vergebens
Tritt folgt Aus
Immer Wiedersehen
Asche
Asche senkt sich
bedeckt alles
Das Leben droht zu ersticken
erstarrt zur monotonen Handlung:
Schaufeln.
Einfaches Gedicht über dich und mich und ein Blatt Papier
Weisst du,
warum ich dir schreibe
Vor Freude
Schlaubärgärtenschlankheizkurort
Schlau
Bär
Gärten
Schlank
Heizkurort
Green
Zehn
Losbude
Frei
tags
nach
mittagsfahrt
Schlau
Bär
schein