Island-Tagebuch 3: Arnarstapi – Est-ce qu’il y a un chemin?

26. Juni 2004

Morgens wache ich schon wieder von prasselndem Regen auf, entscheide prompt, noch etwas länger liegen zu bleiben und im Reiseführer nachzulesen, wohin die Reise denn nun gehen könnte. Norden ist klar, unklar jedoch die Frage, ob die Halbinsel Snæfellsjökull einen Abstecher lohnt, und wie weit ich überhaupt fahren will an diesem Tag. In der Hoffnung auf nachlassenden Regen gibt es dann erst einmal ein ausgiebiges Frühstück und campingplatzkollektives Wundern über Griechenlands Viertelfinalsieg bei der EM. Gegen 10 Uhr wird es freundlicher, das Zelt ist schnell verpackt und auf geht’s Richtung Mosfellsbær. Weiterlesen

Island-Tagebuch 2: Reykjavik – Zwei Gesichter einer Stadt

25. Juni

Verlief der Aufbau des Zeltes am gestrigen Abend trotz Winds noch recht problemlos, ist es heute Morgen äußerst ungemütlich. Strömender Regen, starker Wind, 3° und die bittere Erkenntnis, dass auch der beste Schlafsack Arme nur dann wärmen kann, wenn sie sich im Schlafsack befinden. Abgesehen davon war das Schlaferlebnis überraschend positiv und der gleichförmig trommelnde Regen bewegt mich, mich noch 2, 3 mal umzudrehen und mich erst um 9 Uhr aufzurappeln. Dann noch etwas zusätzliche Trödelei im Waschraum in der Hoffnung, das Zelt sei doch noch im Trockenen abzubauen, aber daraus wird nichts. Es regnet ruhig weiter. Immerhin: Der unschätzbare Vorteil eines Autos bei so einer Zelttour ist es, dass sich das Zelt im nassen Zustand einfach in den Kofferraum werfen lässt. Geht schnell und trocknet sogar halbwegs bis zum Abend. Weiterlesen

Island-Tagebuch 1: Keflavik – Im Land des Lächelns

24. Juni

Abgesehen davon, dass den Hamburger Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen etwas unkommod gerät, verläuft die Spätabendreise reibungs- bis ereignislos. Irritierend höchstens noch die mallorcaesken Verschwisterungsszenen der bunten Reisegesellschaft und des Einzelreisenden, die kurz nach Mitternacht einen Geburtstag begießen. Die fröhliche Bagage ist am Ende so begossen, dass beschlossen wird, nach der Landung gleich mit Vodka weiterzumachen. Der Rest der Geschichte entzieht sich glücklicherweise meiner Kenntnis.

Nach erfolgreicher Landung ist es ein leichtes, auf dem doch recht übersichtlichen Keflavíkurflugvöllur (Leifur Eriksson Airport) in Keflavík (nicht so ein Gewusel wie in Münster/Osnabrück) die Dame mit dem „Fly & Drive Mietwagen“-Schild auszumachen. „You’re here for the Mietwagen? Just follow her!“ – „her“ bezeichnete die erste einer augenscheinlich unerschöpflichen Schar junger, blonder und äußerst freundlicher Isländerinnen, die offensichtlich überall dort postiert werden, wo mit touristischem Verkehr zu rechnen ist. Sehr aufmerksam. Weiterlesen

Wetterneid

Aus reiner Höflichkeit und sprachlicher Konvention nennt man das, was in Osnabrück gerade außerhalb schützender Behausungen passiert, noch „Wetter“. Verdient hat es das nicht.

Mein neuer Dienstlaptop, den ich noch nicht richtig entrümpeln konnte, kam mit allerlei vorinstalliertem Schnickschnack daher, so auch einem Google-Wetter-Widget. Darauf schiele ich jetzt immer neidisch, denn ich habe „Reykjavik“  eingestellt.

Aktuell ist das Wetter in Reykjavik mit 6°, Dunkelheit und Regen exakt wie in Osnabrück. Der feine, kleine Unterschied: In Reykjavik gehört sich das so.