Tolle Tools: Festplatte fest im Blick mit Sequoia View. Oder: Mammutbäume sinnvoll beschneiden.

Wer kennt das nicht? Die Festplatte oder neuerdings auch der USB-Stick sind fast voll, Aufräumen ist angesagt. Aber: Wo anfangen? Bei mehreren Dutzend Ordnern, Unterordnern und Unterunterordnern beginnt bereits das Problem, dass ich gar nicht weiß, wo die größten Platzfresser stecken, welche überflüssigen Riesendateien und Riesenordner, sprich: Leichen im Keller, ich noch herumliegen habe.

Die ohnehin für deutsche Ohren besonders putzig-sympathische niederländische Sprache liefert den entscheidenden Lösungshinweis:“Plattegrond“, d.h. „Grundriss“. Und hier ist eben der Grundriss der Festplatte gemeint. Ob dieser sprachlichen Koinzidenz ist es auch nicht verwunderlich, dass das ultimative Festplattenwucherungsüberblickstool aus den Niederlanden stammt: Sequoia View. Auf anderer sprachlicher Ebene passt der Name auch. Bei einem Mammutbaum (Sequoia) den Überblick über jeden Zweig zu behalten, erfordert schließlich auch besondere Maßnahmen.

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Tolle Tools: Viele Bilder gleichzeitig kleiner machen

Hach! Die Digitalphotographie. Nun hat Jedermann eine n-Megapixel-Kamera (n>>10) und produziert täglich megabyteweise Bildmaterial. Im Urlaub kommen leicht Gigabytemengen zustande, die vor wenigen Jahren noch jede Festplatte gesprengt hätten.

Was macht Jedermann mit diesen Bildern? Im Normalfall: Rumzeigen des n-Megapixel-Kameradisplays (n<<0,2) direkt nach dem Knipsen. Manchmal auch: Kamera dem verwirrten Schlecker-Mitarbeiter entgegenstrecken, dabei die Worte »Bitte alles mal ausdrucken!« murmelnd. Oder aber immer häufiger: Den Versuch starten, die frischen Urlaubsbilder im Katzenliebhaberforum oder im Webphotoalbum hochzuladen. Das geht sicher schief. 200 Zwölf-Megapixel-Bilder einfach so in ein Webformular zu werfen, führt, wenn es denn überhaupt irgendwie klappt, zu Modem-ähnlichen Upload-Zeiten, und nach 3 Stunden zu einer Fehlermeldung. Weiterlesen

Powerpoint-Folien als JPEG exportieren? Höhöhö..

Für den Logos-Tagungsband musste ich heute noch zwei Abbildungen als 300-dpi-JPEGs nachliefern. Kein Thema, dachte ich mir. Beides sind Powerpoint-Folien, die ich schon für verschiedene Vorträge verwendet hatte. Also Powerpoint öffnen, „Speichern als JPEG“ und aus die Maus.

Pustekuchen! Die entstandenen Bilder waren viel zu klein. Nur 96dpi. Da muss doch irgendwo eine Option… Nö. Keine Option.

Also Firma Google fragen, die freundlicherweise auch prompt auf den Microsoft-Knowledge-Base-Artikel 827745 „So ändern Sie die Auflösung einer Folie, die Sie in PowerPoint als Grafik exportieren“ verweist. Schon wähne ich mich kurz vor dem Ziel. Aber dann folgt eine zehnschrittige Anleitung, die so feine Dinge enthält wie:

…Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen basieren auf der/den englischsprachigen Produktversion(en). Die Richtigkeit dieser Informationen in Zusammenhang mit anderssprachigen Produktversionen wurde im Rahmen dieser Übersetzung nicht getestet…

…Die unkorrekte Verwendung des Registrierungs-Editors kann schwerwiegende Probleme verursachen, die das gesamte System betreffen und eine Neuinstallation des Betriebssystems erforderlich machen. Microsoft kann nicht garantieren, dass Probleme, die von einer falschen Verwendung des Registrierungs-Editors herrühren, behoben werden können…

1. Schließen Sie alle Microsoft Windows-Programme.

4. Erweitern Sie den Registrierungsschlüssel für die von Ihnen verwendete PowerPoint-Version: PowerPoint 2007 – HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Office\12.0\PowerPoint\Options

5. Während der Schlüssel Options markiert ist, zeigen Sie im Menü Bearbeiten auf Neu, und klicken Sie anschließend auf DWORD-Wert.

6. Geben Sie ExportBitmapResolution ein, und drücken Sie die [EINGABETASTE].

7. Markieren Sie den Wert ExportBitmapResolution, und klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Ändern.

Irgendwann bin ich soweit, dass ich den dpi-Wert (aus lustigen Gründen maximal 307!) eingeben kann. Die Empfehlung, nachher auf „Dezimal“ zu klicken (Schritt 9) ist übrigens falsch, weil dann die eingebene 300 als Hexadezimalwert interpretiert und in dezimal 768 umgerechnet wird, was zu viel ist. Für Powerpoint und für den Ottonormalnutzer sowieso.

Ok. Hoffnungsfroh schließe ich die ganze Prozedur ab und freue mich, dass Powerpoint meine Folie endlich als große JPEG-Datei exportiert. Zwar hat der Inhalt „etwas“ gelitten, aber dafür sie ist wirklich groß geworden.

Jetzt ist mein JPEG-Export aus Powerpoint also kaputtkonfiguriert und ich habe immer noch keine abgabefähige Datei.

Nächster Versuch mit schwerem Gerät: Adobe Illustrator CS3 anwerfen. Folienelemente in Powerpoint in die Zwischenablage kopieren, in Illustrator einfügen, Exportieren als JPEG wählen, dpi-Wert einstellen, fertig. Hurra.

GMX-Mail kündigen oder lieber ein Herrenmagazin?

Meinen kostenpflichtigen GMX-ProMail-Account habe ich damals nur deshalb eingerichtet, weil im Monatspreis von 2,95€ gleich 50 SMS mit drin sind. Ganz ohne Handy, einfach eintippen und losschicken. Macht knapp 6ct pro SMS bzw. 7,375ct pro SMS, wenn man die 10 kostenlosen SMS im FreeMail-Tarif abzieht. Eine ganze Weile hat sich das prima gerechnet und passte gut zu meinen Anforderungen, aber jetzt habe ich festgestellt: Meine SMS-Nutzung hat sich verändert, andere Alternativen sind günstiger. Ein klarer Fall für die beliebte Kategorie „umsteigen – aussteigen – abschalten – kündigen„.

Also, einfach mal einloggen und gucken. Ah, da: „Mein Account“, direkt auf der Seite nach dem Login. Sieht doch gut aus. Was dann folgt, verschlägt mir fast den Atem:

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Sensationell! Keine ewige Suche, kein Anruf bei dubiosen Hotlines. Die Vertragslaufzeit steht einfach so da, und das auf der ansonsten hoffnungslos überfrachteten GMX-Webseite. Sowas sollte Vorschrift werden! Der Link „Tarif wechseln“ sieht ebenfalls vielversprechend aus, aber ich bin erstmal skeptisch. Üblicherweise sind Tarifupgrades problemlos online möglich, Downgrades aber nicht.

Doch ich werde schon wieder überrascht. Unter den auswählbaren Tarifen ist auch der zurückgewünschte kostenlose „FreeMail Plus“-Account.  Unfassbar. Einfach mal draufklicken… Festhalten! Es erscheint:

Ein Angebot, dass Mann nicht ablehnen kann…

Heya Safari! Ein Angebot, das Mann nicht ablehnen kann. Bei GMX bleiben und den Playboy abstauben. Wow.  Wie zum Geier kommen die denn darauf?? Lässt das Rückschlüsse auf die Zielgruppe zu? Oder ist das gar ein personalisiertes Angebot und die haben meine SMSen inhaltsanalysiert? Datenschutzbeauftragter! Hubschraubereinsatz! Aber wie kommt dann „TV-Spielfilm“ dahin?

Lange ringt und regt sich da was in mir, zumal da ganz deutlich steht: Kein Abo, Zeitschriftenbezug endet einfach so nach Ablauf der 6 Monate. Auch ungewöhnlich. Sollte ich hier zum ersten Mal  einen kundefreundlichen Umgang mit abonnierten Diensten erwischt haben? Letztendlich will ich dann doch wirklich kündigen und auf das lockende Herrenmagazin verzichten. Kein Thema, geht per Klick. Dass ich danach noch um Feedback gebeten werde, stört mich auch nicht sonderlich:

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Gut. Schnell „Angebot nicht mehr benötigt“ ausgewählt und weitergeklickt.

Am Schluss kommt dann doch noch die große Enttäuschung:

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Also doch wie immer: Bestellen, Abo abschließen, Verpflichtungen eingehen – alles kein Problem mit nur wenigen Mausklicks. Kündigen, Downgraden, Abos wieder loswerden: Nur mit Hindernissen. Warum sollte bitteschön ein einzusendendes Fax meiner eigenen Sicherheit dienen? Eine zu bestätigende Mailnachricht würde doch auch reichen, oder die Möglichkeit, die Kündigung innerhalb einer angemessenen Frist zurückzunehmen. Falls jemand mein Passwort ausspäht oder errät, ist eine ungewollte Kündigung vermutlich ein geringes Übel, verglichen mit der Möglichkeit, auf meine privaten Mails und SMSen zuzugreifen. Mein Passwort musste ich sowieso schon erneut eingeben, nicht dass jemand in einem unbeaufsichtigten Moment schnell mal unbemerkt meine virtuelle Viert-Existenz vernichtet. Ok, man könnte argumentieren: Da wird eine E-Mail-Adresse wieder frei, dich sich ein Bösewicht dann schnappen könnte und anschließend alleinigen Zugriff auf meine Mails hat. Aber das hat er auch, wenn er einfach mein Passwort ändert. Und: GMX kann ja gar nicht prüfen, ob meine Unterschrift echt ist. Ich musste zum Einrichten schließlich auch kein Fax senden, sondern nur Adresse und Kontonummer eintippen.

Und mal ehrlich: Wer hat denn heute noch ein Faxgerät? Ich muss da ja irgendwie meine Unterschrift draufkriegen, also heißt das mindestens: Ausdrucken, unterschreiben, wieder einscannen und per GMX-Faxfunktion versenden. Oder im Büro faxen. Oder nachforschen, ob es bei der Post noch die alten öffentlichen Faxgeräte gibt. Was ist eigentlich, wenn ich keinen Drucker habe? Darf ich dann GMX nicht nutzen? Bei der Account-Einrichtung wurde mir nicht gesagt: „Falls Sie Ihr Abo jemals wieder loswerden wollen, benötigen Sie einen Drucker und ein Faxgerät.“ PDF draus machen und Unterschriftsgrafik reinfrickeln ist für den Normalnutzer wohl keine Alternative.

Immerhin: Das Formular muss nur Datum und Unterschrift bekommen, alles andere ist schon ausgefüllt und es sagt mir plötzlich: Du kannst mich auch per Post schicken. Das wird aber natürlich nicht zu früh verraten. Nicht dass jemand, der denkt „Oh je, das ist mir alles zu stressig, da nehm ich doch lieber den Playboy…“ verleitet wird, die Kündigung durchzuziehen.

Witzig auch die 5-Tage-Frist. Zu meiner Sicherheit, natürlich. Morgen ist Freitag, wenn ich meinen Brief dann abschicke und der nicht Montag da ist, könnte es schon knapp werden.  Ich probier’s einfach aus. Ohne Einschreiben. Mal schauen, was passiert.

Fazit: Es fing gut an und endete wie üblich. Schade. Und jetzt bekomm ich nichtmal ’nen Playboy.

WWW over E-Mail

Für die meisten Surfer dürfte heutzutage „WWW“ und „Internet“ so ziemlich das gleiche sein. Da mag der geschichtsbewusste Technikfreak noch so oft betonen, dass das Internet viel älter und viel mehr ist als das WWW.

Fast alles, was mit Internet oder noch genereller „Online“ zu tun hat, lässt sich heute im Browser erledigen. Selbst E-Mail, einer der ältesten Dienste und einer derer, für den es noch weit verbreitete Clients außerhalb des Browsers gibt, wird von vielen Nutzern nur noch in Form von Web-Mail benutzt. Richtig erfolgreiche Internet-Applikationen, die nicht im Browser funktionieren, heißen heute z.B. „World of Warcraft“ oder „Second Life“ – nur noch besonders Grafikintensives also, das den Browser überfordert.

Es gab aber mal eine Zeit, da viele Nutzer zwar Internet-Zugang hatten, aber keine Möglichkeit, das noch junge WWW mit einem Webbrowser zu durchstöbern. Die Gründe dafür können vielfältig gewesen sein: Modemzugang nur zu E-Mail-Diensten, Nur-Text-Terminals in der Uni, Rechner, die von Administratoren verwaltet wurden, die kein Interesse hatten, einen Webbrowser zu installieren. Aber E-Mail: Das hatte beinah jeder. In dieser Zeit kamen WWW-E-Mail-Gateways auf.

Mit E-Mail konnte man fast alles erledigen. Nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Maschinen kommunizieren. Also z.B. den Befehl zum Abonnieren einer Mailingliste an den Mailinglistenserver schicken. In der Funktion sind E-Mail-Gateways zu Applikationen auch heute noch verbreitet. Eine E-Mail an eine Sammeladresse einer Mailingsliste zu schicken: Auch da steht ein Programm im Hintergrund, dass die E-Mail entgegennimmt und weiterverteilt.

Statt weiterzuverteilen könnte das Programm auch alles mögliche andere tun. Z.B. nachschauen, ob ein Befehl in der Mail steht, ihn ausführen und das Ergebnis an den Nutzer zurückschicken. Genau das tun WWW-E-Mail-Gateways. Heute gibt es da dafür z.B. noch www4mail oder den kommerziellen Dienst PageGetter.com. Letzterer funktioniert ohne weitere Anmeldung. Probieren Sie’s ganz einfach mal aus und schreiben Sie eine solche Mail:


Empfänger: web@PageGetter.com
Betreff: leer oder egal oder was auch immer
Text: http://www.blogs.uni-osnabrueck.de/theleprompt/

Ein paar Minuten später trudelt eine HTML-Mail bei Ihnen ein, die die Startseite des Theleprompt-Blogs enthält. Ist das nicht toll? Nun ja, sie mögen gähnen. Aber! Es gibt auch heute noch interessante Anwendungen für so etwas. Webinhalte werden zum Beispiel immer häufiger mittels Geotargeting gefiltert. Das lässt sich so eventuell umgehen.

An diese alte und 2008 sehr von-hinten-durch-die-Brust-ins-Auge anmutende Technik habe ich mich heute erinnert, als ich aus aktuellem Anlass nach „IMDb offline“ gegoogelt habe. Und siehe da: Die IMDb bietet auch heute noch ein tolles E-Mail-Interface an (außerdem – und das ist viel aufregender die komplette Datenbank zum Download). Probieren Sie’s:

Empfänger: mail-server@imdb.com
Betreff: leer oder egal oder was auch immer
Text: ACTOR Strack, Günter

Und schwuppdiwupp gibt’s eine Mail zurück, in der alle Günter-Strack-Filme und -TV-Serienfolgen aufgelistet sind. Grandios!

Verdoodlen wir ein paar Stündchen

Eine Universität ist ein komplexes Imperium aus Königreichen, Fürstentümern, abtrünnigen Republiken, besetzten Gebieten, verwaisten Landstrichen und Erbpfründen. Kein Wunder, dass eine alle Untertanen umspannende elektronische Terminverwaltung da nicht vom Himmel fällt.

Stellen Sie sich also vor, Sie bekommen so einen Anruf:

Guten Tag, ich rufe im Auftrag von Herrn Meier-Schultzemüller an und soll einen Termin für die nächste wichtige Arbeitsgrupppenbesprechung mit Ihnen und den anderen Teilnehmer vereinbaren. Haben Sie am Montag, 26.6. von 10-11 Uhr Zeit?

Guten Tag auch. Moment, da muss ich eben in meinen Kalender schauen – ja, da habe ich Zeit.

Und am Montag, 26.5., 11-12 Uhr?

Ja, da hätte ich auch Zeit.

Und am Montag, 26.5., 12-13 Uhr?

Nein, da nicht.

Und am Montag, 26.5., 13-14 Uhr?

Nein, da nicht.

Und am Montag, 26.5., 16-17 Uhr?

Ja, das ginge.

Und am Montag, 26.5., 17-18 Uhr?

Nein, da nicht.

Dienstag, 27.5., 8-9 Uhr?

Ja.

Dienstag, 27.5., 9-10 Uhr?

Ja.

Dienstag, 27.5., 10-11 Uhr?

Nein.

Dienstag, 27.5., 11-12 Uhr?

Ja.

Mittwoch, 28.5., 8-9 Uhr?

Ja.

Mittwoch, 28.5., 9-10 Uhr?

Ja.

Mittwoch, 28.5., 10-11 Uhr?

Nein.

Mittwoch, 27.5., 11-12 Uhr?

Vielleicht.

Vielleicht geht nicht.

Bitte?

Geht nicht. Sie müssen ja oder nein sagen.

Das weiß ich aber noch nicht.

Dann nehmen wir nein. Donnerstag, 28.5., 14-15 Uhr?

Ja.

Donnerstag, 28.5., 15-16 Uhr?

Ja.

Donnerstag, 28.5., 16-17 Uhr?

Nein.

Donnerstag, 28.5., 17-18 Uhr?

Nein.

Freitag, 29.5., 10-11 Uhr?

Ja.

Freitag, 29.5., 11-12 Uhr?

Ja.

Freitag, 29.5., 12-13 Uhr?

Ja.

Freitag, 29.5., 13-14 Uhr?

Ja.

Freitag, 29.5., 14-15 Uhr?

Ja.

Freitag, 29.5., 15-16 Uhr?

Ja.

Freitag, 29.5., 16-17 Uhr?

Ja.

Montag, 1.6., 8-9 Uhr?

Nein. Da bin ich die ganze Woche nicht da.

Macht nichts, ich muss trotzdem einzeln fragen. Montag, 1.6. 9-10 Uhr?

Nein.

Montag, 1.6., 10-11 Uhr?

Nein.

Montag, 1.6., 11-12 Uhr?

Nein.

Dienstag, 2.6., 8-9 Uhr?

Nein.

Dienstag, 2.6., 9-10 Uhr?

Nein.

Dienstag, 2.6., 10-11 Uhr?

Nein.

Dienstag, 2.6., 11-12 Uhr?

Nein.

Mittwoch, 3.6., 8-9 Uhr?

Nein.

Mittwoch, 3.6., 9-10 Uhr?

Nein.

Mittwoch, 3.6., 10-11 Uhr?

Nein.

Mittwoch, 3.6., 11-12 Uhr?

Nein.

Donnerstag, 4.6., 14-15 Uhr?

Nein.

Donnerstag, 4.6., 15-16 Uhr?

Nein.

Donnerstag, 4.6., 16-17 Uhr?

Nein.

Donnerstag, 4.6., 17-18 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 10-11 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 11-12 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 12-13 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 13-14 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 14-15 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 15-16 Uhr?

Nein.

Freitag, 5.6., 16-17 Uhr?

Nein.

Montag, 8.6., 10-11 Uhr?

Ja.

Montag, 8.6., 11-12 Uhr?

Ja.

… und so weiter…

So ein Quatsch, denken Sie jetzt. Erstens würde niemand so bräsig fragen und zweitens würde niemand so bräsig-geduldig antworten. Aber weit gefehlt! Dank eines seuchenartig um sich greifenden Tools namens Doodle rollt eine Welle von derartigen Terminabstimmungsorgien durch deutsche Hochschulen. Natürlich ist das unheimlich praktisch und quasi alternativlos, wenn man keine vernünftige gemeinsame Terminverwaltungssoftware hat.

Aber nur dann, wenn es um maximal 3-4 Terminalternativen geht. Mir einfach 80-100 mögliche Termine vor die Füße zu knallen und denken: »Nun geh mal deinen Kalender für die nächsten Wochen durch und klick mal schön!« ist irgendwie frech. Zumindest effektiv Arbeitszeit vernichtend.

(P.S.: An die, die sich jetzt angesprochen fühlen: Nein, ihr wart es nicht allein.. ;-))

Wie kriegt man eigentlich Featuritis? (1)

Sagt der Prof zum Entwickler: »Hey, es wär‘ doch toll, wenn meine Studenten online sehen könnten, wann ich Sprechstunde habe!«

Denkt sich der Entwickler: »Gar kein Problem. Wenn die Nutzer damit glücklich werden, bau ich das sofort ein. Ich weiß zwar nicht so genau, was eine Sprechstunde ist, aber 255 Zeichen sollten dafür wohl reichen.«

Gesagt, getan, der Entwickler baut ein neues Formularfeld in das famose Hochschul-IT-System (nennen wir es mal Hoch.IT¹) ein und präsentiert es stolz den Kollegen:

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»Unmöglich!« ruft der Webseiten-Manager und empört sich:»Das sieht ja dann auf meiner automatisch generierten Übersichtswebseite aus wie Kraut und Rüben. Der eine schreibt die Wochentage aus, der andere nicht, der nächste schreibt einen halben Roman und der übernächste Unvollständiges. Da gehört ein ordentliches Eingabeinterface daher, damit man da gar nicht erst was Falsches eingeben kann.«

»Und überhaupt,« unterstützt ihn der Informatiker, »gehören Zeitangaben nicht in Freitextfelder. Dafür gibt’s extra tolle Datenbanktypen.«

»Außerdem«, weiß der Projektmanager zu ergänzen, »möchte man die ja auch mal automatisch in den Terminkalender eintragen. Das geht bei freien Angaben nicht!«

Gesagt, getan, frisch ans Werk: Der Entwickler spendiert jedem Prof für seine Sprechstunde einen Wochentag, eine Anfangs- und eine Endzeit. Und programmiert noch ein schickes Auswahlformular – mit 3-4 Klicks ist jetzt jede Sprechstunde flott eingegeben:

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Der Informatiker ist zufrieden, der Webseitenmanager begeistert und der Projektmanager optimiert in Gedanken schon seinen Terminkalender. Selig lächelnd schreibt das Team eine kleine News:»Ab sofort können Sie in Hoch.IT Ihre Sprechstunde eingeben. Bieten Sie Ihren Studierenden zusätzlichen Service!«

Lesen Sie nächstes Mal: Der erste Nutzer trifft auf das Sprechstundenfeld.



¹ Ähnlichkeiten zu lebenden Online-Plattformen an deutschen Universitäten sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.

Räuberische Apfelprodukte bedrohen auch deine Wellen!

Heute morgen war die Welt noch in Ordnung. Wenn das rote Lämpchen an meinem Telefon leuchtete, habe ich auf meinen Unified-Messaging-Link geklickt und mein kleiner feiner foobar-Player hat mir brav alles vorgespielt, was mein Anrufbeantworter gespeichert hat.

Jetzt nicht mehr. Jetzt muss ich eine Minute warten, finde vor lauter Gedöns die Pause- und Nochmalhörenknöpfe nicht mehr und bin sehr unglücklich. Was ist passiert? Ein harmlos aussehendes Fenster kam herbei gepoppt und teilte mir mit, dass ein Stück Apfel auf meinem Rechner schlecht geworden sei und durch Frischsoftware ersetzt werden müsse. Dabei hat sich das iTunes-Update dann ungefragt allerlei Verknüpfungen geschnappt und hält sich jetzt für den Standardplayer für alles mögliche.

Mir konnte eh noch niemand erklären, wozu ich das Ding brauche. Zeit, es wegzuwerfen.