Betreffs der Einfachheit kann, dass ich offen wie das Buch sagen. Mich mu?

91% Spam-Wahrscheinlichkeit, meint der Unimail-Spamfilter. Deshalb bin ich nur zufällig beim Überfliegen des Junk-Ordners an einem besonders schönen Exemplar beinah-deutscher Spamlyrik hängengeblieben.

Hallo werde ich der schone Fremde, uber unsere Bekanntschaft mich froh sein rufen Anastasiya.

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He, Du! – Wer, ich? – Psssst! – (leiser) Wer, ich? – Genaaaaau…

Offensichtlich rechnen die Spamversender damit, dass der gemeine Webmaster von heute die guten alten Schlehmil-Auftritte aus der Sesamstraße nicht kennt. Denn jedes Kind weiß: Eine Acht zu kaufen, oder ein A, das ist rausgeworfenes Geld.

Aber versuchen kann man es ja mal, dachte sich eine Firma mit Sitz auf den Seychellen (wie sie im immerhin vorhandenen Impressum schrebt) und schickte mir ganz exklusiv dieses unwiderstehliche Angebot:

virtadvent.jpg

Phantastisch! Ein virtueller Adventskalender für so wenig Geld! Und das schon am 20. Dezember. Und das Allertollste: Ich kann mir eine Schriftfarbe für die Türchen aussuchen:

virtadvent2.jpg

Schnell zugreifen! Denn es sind nur noch 996 Stück am Lager.

Werde ein vorliegender Mann

Zum Glück gibt es im trostlosen Spam-Regen auch immer ein paar Tropfen, die direkt auf der Nase landen, lustig kitzeln und uns schmunzeln lassen. In diesem Sinne wurde mir heute nahegelegt, ein vorliegender Mann zu werden. Und nicht nur das, mir wurde auch in Aussicht gestellt, endlich »das Meer der Vergnegen an sich zu liefern…« Warum es dann aber wichtig sein könnte, dass man das Wundermedikament »mit dem Alkohol ubernehmen« kann, wurde nicht verraten. Und so bleibt mir nur, kommentarlos den Schlussaufruf weiterzugeben:

WERDE EIN VORLIEGENDER MANN!
VERWUNDERE IHRE FRAU!

Die Spam-Lawine rollt an

Zur Erinnerung: Vor mittlerweile 36 Tagen habe ich hier im Blog eine E-Mail-Adresse veröffentlicht, die sonst nirgends steht und die ich nicht aktiv verwende. Ziel es Experimentes: Herausfinden, ob und wenn ja wie schnell und wie massiv Spam-Roboter auf diese Adresse stoßen und mich mit unerwünschter (bzw. in diesem Fall: erwünschter) Mail bombardieren.

22 Tage hatte es gedauert, bis die erste Mail eingetroffen ist. Die Tage darauf tröpfelte mal die eine, mal die andere Mail herein. Aber jetzt geht die Post ab. Allein gestern kamen 51 Werbemails angeflattert.

Tage seit
Veröffentlichung
Neue
Spam-Mails
22 1
26 1
28 2
30 1
31 1
32 1
33 15
34 28
35 30
36 51

Kumuliert sieht das dann so aus:

Kumulierte Spammenge nach 36 Tagen

An dem E-Mail-Postfach hängt kein providerseitiger Spamfilter, so dass tatsächlich auch alle Mails bei mir ankommen. Mein Firefox hat alle Mails bis auf eine als Spam erkannt. Gute Quote.

Spam-Magnet mit erster Reaktion

Vor genau 22 Tagen habe ich den Versuch gestartet, mit einer nur hier veröffentlichten E-Mail-Adresse Spam anzuziehen. Also herauszufinden: Wie schnell sind die E-Mail-Fischer und wie stark ist das Bombardement, wenn man seine E-Mail-Adresse maschinenlesbar im Netz veröffentlicht. Heute war es soweit: Die erste Lästigmail ist eingetroffen, sie trägt den Titel »Why let people know about your intimate life?« Das ist doch ein schönes Rätsel für Spammer, Blogger und den ganzen Rest. Innendrin aber natürlich keine erhellende Antwort: Es sollten nur potenzfördernde Arzneien verhökert werden.

Also, wir zählen zusammen:

Tage seit
Veröffentlichung
Anzahl
Spam-Mails
22 1

Möchten Sie Ihrer Rechtschreibung überprüfen?

Weil ich ja noch krankgeschrieben bin und sich eh tausend (in Worten: tausend) neue Mails in meinem Elektropostfach gestapelt haben, darf ich auch Spammails lesen. Das erheitert nämlich mitunter und Erheiterung ist gute Medizin, wie man sagt.

Also: Ingrid bietet mir eine Lösung für (oder gegen) Englischfehler an. Warum das beworbene Produkt »Weißer Rauch« heißt, bleibt nebulös, aber es hat sogar eine verdeutschte Webseite voller fröhlichmachender Aussagen.

»Wir verwandeln ihr einfaches Schreibvermögen in ein professionelleres«, heißt es da und das ist nicht irgendwas Spinnertes, sondern »rangiert auf Nr. 5 der 31 besten Geschäftsideen auf der Welt.« Wow! Was sind denn die noch besseren vier? Und wieso 31?

Egal! Das Produkt scheint jedenfalls absolut großartig zu sein. Es macht z.B. aus normalem Text aufgepusteten Text. In der Demo wird aus »our product line« wie von Zauberhand »our innovative product line«. Was wohl passiert, wenn man das aufgepustete Ergebnis immer wieder durch den weißen Rauch jagt? Aus einem winzigen, schwachen Informationskeim erwächst ein gigantisches Universum an »professionellem«, »wichtigem«, »konkurrenzfähigem«, »treffendem« und »auflebendem« Textgut.

Jetzt weiß ich auch, was Nr. 4 der 31 besten Geschäftsideen ist: Die Software, die aus diesen aufgetürmten Wortwolken den Informationskeim wieder herausfischt. Gar nicht dumm, die Spammer, heutzutage.

Selbstversuch mit Lästigmail-Magnet

Zwar ist Spam nicht die einzige Form von Lästigmail. Da gibt es z.B. noch die zehnte Nachfrage vom Kunden, ob die Deadline wirklich eingehalten werden kann, die wiederholte Mahnung vom Rasenmäherverleih, die freundliche Anfrage, ob ich als Experte für Spieltheorie nicht ein paar kleine Tipps für ein paar ganz einfache Übungsaufgaben hätte. Und so weiter. Aber Spam ist eine besonders lästige Form von Mail, die zudem immer seltener in die Kategorie Lustigmail und immer häufiger in die Kategorie Hinterlistigmail fällt.

Lästigmail will freilich niemand haben und so wird allerorten dringend davor gewarnt, E-Mail-Adressen maschinenlesbar ins Netz zu stellen. Sofort, heißt es, kommen die bösen E-Mail-Sammel-Roboter und beginnen mit dem Spambombardement. Um diese These zu überprüfen und in ihrem Ausmaß abschätzen zu können, starte ich hiermit einen Selbstversuch.

Liebe Spam-Roboter,
bitte lest das hier und schickt mir aufregende Post an sitzrasenmaeher@tobiasthelen.de.
Danke.

Jetzt lehne ich mich zurück und warte gespannt, was da kommt. Später mehr über die Resultate.

Initiative Dumpfland

Jetzt hat mich die Neugier doch am Schlafittchen auf die Webseite geschleift, die mir helfen können soll, meine Angst zu vergolden. Oh, Deutschland, deine Orthographen! Es fängt damit an, dass am Ende der Punkt fehlt. Aber der Reihe nach.

Erstmal steht da allen Ernstes:

Dieses Gewinnspiel der PLANET49 GmbH wird garantiert durchgeführt, die Gewinner werden,, wenn nicht anders gewünscht, auf postalischem Wege benachrichtig! Nur vollständig und korrekt ausgefüllte Formulare nehmen teil.

Also, Bürger! Sei ein korrektes Formular und wünsche es dir nicht anders. Und komm auf gar keinen Fall auf die Idee, auf den Link zu den AGB zu klicken. Da steht nämlich drin:

PLANET49 GmbH und ihre Partner und Sponsoren behalten sich das Recht vor, die Umfrage jederzeit ohne Vorankündigung abbrechen oder beenden zu können.

Abgesehen davon, dass da ein »zu können« zu viel ist – eine garantierte Durchführung sieht in meinen Augen anders aus.

Im Grunde findet sich in jedem Satz ein Fehler, mindestens. Aber ein Highlight hab ich noch:

Ihre Antwort wird anonym und vertraulich behandelt und dient lediglich der Gewinnverlosung. Ohne persönliche Dateneingabe kann Íhre Stimme und der Gewinn nicht gezählt werden.

Weshalb dient meine Antwort nur der Gewinnverlosung?? Ich dachte, die wollten rausfinden, ob die Bevölkerung Angst hat. Und dann etwas dagegen tun, aufrecht sein, die Sonne anhalten, oder zumindest die Autos und mehr Bäume pflanzen und die Erde wieder zu einem lebenswerten Platz machen. Warum muss der Gewinn erst noch gezählt werden? Und wieso brauchen die mich dazu? Wo kommt der Akzent auf dem I her? Wer hat den armen Menschen ihre Grammatik weggenommen?

Schlussendlich wird es dann banal und langweilig. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer bekommt einen 50€-Willkommensgutschein, wenn er oder sie sich einem bestimmten Club anschließt. Und außerdem gewinnt natürlich nur, wer ankreuzt, auch gewinnen zu wollen. Das schließt dann folgende Erklärung mit ein:

Ich bin daran interessiert, weitere Angebote per Email, Telefon und Post vom Veranstalter, Partnern und Sponsoren zu erhalten.

Komisch. Ein Satz so ganz ohne Fehler.

Wollen Sie sich Ihre Angst vergolden lassen?

Ein beliebtes Stilmittel der Werbung ist es, eine Frage zu stellen, die jeder Dummbeutel geschätzte Kunde mit einem laut schmetternden »Ja!« beantwortet. Und dann gierig lechzend hinzubellt: »Wo krieg ich das? Was kann ich tun?« Diese Antwort bleibt das formvollendete Reklamewerk dann überlichweise auch nicht lange schuldig und lenkt des Betrachters Aufmerksamkeit auf ein tolles Produkt. Also z.B. »Sie wissen nicht, was Sie mit Ihrer Zeit anfangen sollen? – Dann saufen Sie doch den Weihnachtsmann unter den Tisch

Soweit die Theorie. Etwas überrascht hat mich dann heute folgende Annonce, die mir mein ICQ servierte:

angstgewinnen.jpg

Was mag uns das sagen wollen? Den Ängstlichen gehöre zwar nicht das Himmelreich, aber bald ein Batzen Kohle, um wenigstens abzuhauen? Was eigentlich Abstimmen? Ob für oder gegen Klimakatastrophe? Und wer setzt das dann um? Oder noch interessanter: Wer sponsort welches Abstimmunsergebnis? Fragen über Fragen.